Product Placement oder warum Blockbuster Werbung haben!

Meine Name ist Werbung, James Werbung! Nein, so weit ist es noch nicht, wenngleich James Bond traditionell schon immer „versteckte“ Produktwerbung, gehässig auch als Schleichwerbung bezeichnet in seinem Filmen beherbergte.

Schon seit dem ersten Teil mit den berüchtigten Autos des Superagenten, bevorzugt einen Aston Martin. Aber auch die Uhren, ob nun Rolex (zu Beginn) oder Omega (seit einigen Teilen), immer waren exklusive und nicht ganz so exklusive Gegenstände auch „Mittelpunkt“ der verschiedenen Bond-Filme. Dies bietet sich auch sehr schön an, wenn – wie Bond – ein Film so sehr auf Gadgets abzielt. Leider wurden diese in den letzten Teilen (zu) deutlich reduziert.Dies gab selbst Daniel Craig in einem Interview kürzlich zu.

Dies alles soll sich ja im (in Deutschland) nächste Woche startenden neuen Bond-Teil wieder deutlich ändern. Angeblich werden Traditionalisten wieder einen Vodka-Martini erhalten, ob geschüttelt oder gerührt, man weiß es noch nicht. Bereits im ersten Teil von Daniel Craig machte er ja schon deutlich, dass er nicht so aussehe, als ob ihn das interessiere. Hoffentlich ist er mittlerweile etwas gereift und erkennt wieder die Wichtigkeit der Herstellung seines Vodka-Martinis.

Zumindest wurde vorab deutlich, dass das Auto mit seinen besonderen Gadgets einen wichtigen Part im Film haben wird. Hierzu hat Aston Martin sogar einen eigenen Prototypen entwickelt, der nicht käuflich zu erwerben ist, sondern nur für die Filmreihe entwickelt wurde. Für das „gemeine Volk“ wurde statt dem DB10 lieber eine Sonderedition des „alten“ DB9 aufgelegt (bereits ausverkauft). Produktwerbung ermöglicht so besondere Gags in Filmen, die nicht nur auf den Ideen der Filmskripte und Regisseure basieren, sondern auch auf den Ideen und Entwicklungen der Produktentwickler. Dies ist zunächst schon ein Gewinn für die Filmbranche, zudem wird ja offen darüber gemunkelt, dass sich die Firmen beim Product Placement nicht nur wie im Falle von Aston Martin die Autos etwas kosten lassen, sondern auch für die optisch schöne Präsentation im Film bereit sind, etwas „Geld mitzubringen“. Bei Produktionskosten von ca. 300 Mio.€ wie beim neuesten James-Bond-Abenteuer Spectre auch durchaus eine nachvollziehende Notwendigkeit, wenn man nicht gleich davon ausgeht, dass der Film wie sein Vorgänger Skyfall über 1,1 Mrd. € einspielt.

Product Placement kann also Filme nicht nur (finaziell) fördern und gadgetmäßig unterstützen, sondern leider auch nerven! Es kommt dabei sicherlch auf das Verhältnis von Produktwerbung zu Film an, aber auch auf die Einbindung und Präsentation. Während wir natürlich alle mit Dingen des täglichen Lebens hantieren und umgehen und somit eine Produktplatzierung schon aus dem Realitätsbezug heraus notwendig ist, geht es einem auf den Wecker, wenn man bei manchen Filme vor lauter Werbung den Inhalt vergessen hat. Eddie Murphy hat hier in seiner Karriere wohl den einen oder anderen schlechten Berater gehabt, zumindest was seine Filme angeht, man denke nur an den „Prinz aus Zamunda“.

Grundsätzlich stellt sich natürlich die Frage, ob Product Placement sich auch für die Firmen rechnet. Wenn sie schon bereit sind, eigene Entwicklungen für Filme durchzuführen oder die Filme als quasi Premiere für ihre neuen Kreationen zu nutzen (man denke im Zusammenhang mit Bond nur an BMW, die hier auch den Z3 und Z8 schon in Szene gesetzt haben). Unstrittig dürfte sein, dass die wenigsten Menschen nach dem Bond sofort hingehen und sich einen BMW oder Aston Martin kaufen, wenngleich der DB9 schon im Vorfeld ausverkauft ist. Aston beteuert bei dieser Gelegenheit auch, dass in der 50-jährigen Kooperation es immer eine gute Win-Win-Situation für beide gewesen sei und das eine ohne das andere nicht gehe. Obwohl natürlich neben BMW schon sehr viele andere Marken (z.B. VW, Citrön und Ford) in den Filmen vorkamen. Bei vielen wird es gerade im Luxussegment wohl neben der Bereitschaft auch an den nötgen Mitteln fehlen. Gleichwohl ist die mediale Verbreitung unbestritten riesig und es läßt sich mit Recht bezweifeln, ob der originäre DB5 (der erste Dienstwagen vom 007-Geheimagenten) heuet noch so bekannt, eher berühmt, wäre, wenn er nicht einen Auftritt in Bond gehabt hätte. Die kleine Stückzahl der Astons würde wohl einer großen Breite des Publikums verborgen bleiben. Deshalb hat Aston noch keinen Wagen mehr verkauft, wenn man aber den Imagegewinn rechnet, der schließlich dazu führt, dass die die es sich leisten können, dann doch auf einen Aston umsteigen, dann hätten wir wieder die Win-Win-Situation.

Unabhängig, ob man sich jetzt den Kopf über die Rentabilität für die Firmen im Spiel des Product Placements zerbricht, die Kinobesucher haben im Normalfall einen Gewinn, weil Blockbuster a la Bond oder Mission Impossible üerhaupt erst möglich werden. Und manchmal führt die (un-)geschickte Platzierung auch unfreiwillig zu einem zusätzlichen Lacher.

In diesem Sinne, hoffen wir auf weitere Bond, James Bond. Hier noch der Trailer, übrigens auch einer der längsten der Reihe.

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